Vorarlberger Walservereinigung

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in Vorarlberg, Tirol und Liechtenstein

Lebensbilder

Kategorien: Literatur und Online-Artikel
Walserheimat: WH92

Ein sehr ansprechendes Buch mit Erinnerungen von Lecherinnen und Lechern wurde im Dezember 2012 vom Gemeindearchiv Lech herausgegeben. Die Fotografin Maria Muxel hat rund 60 Personen mit dem Hauptwohnsitz Lech im Alter von 80 und mehr Jahren in ihrer gewohnten Umgebung fotografiert. Parallel zu diesen Fotoaufnahmen führte sie gemeinsam mit Birgit Ortner lebensgeschichtliche Interviews mit fast allen Porträtierten. Kurze Auszüge aus diesen Interviews wurden mit den Bildzeugnissen der Wohn- und Alltagskultur in Lech in diesem Buch veröffentlicht.

Einen besonderen Eindruck hinterlassen die Fotos, bei denen man in die „gute Stube“ der porträtierten Lecherinnen und Lecher blicken kann. Das Auge schweift auf jeder neuen Seite zuerst zum Bild, ein erster Eindruck entsteht und man wird neugierig: „Was kann dieser Mensch Interessantes aus seiner ganz persönlichen Vergangenheit erzählen?“ Vom „Aha-Erlebnis“ bis zum Schmunzeln reicht die Palette. Die Autorinnen haben bewusst sehr unterschiedliche und auch viele humorvolle Anekdoten aus dem umfangreichen Interviewmaterial ausgewählt.

Einige Kostproben aus Geschichten aus dem Alltagsleben, die viel über die Entwicklung on Lech und Zürs in den letzten 100 Jahren erzählen: „Das erste Mal von Lech fortgekommen bin ich, als ich zum Zahnarzt nach Bludenz musste.“ – „Als ich das erste Auto gesehen habe, sagte meine Schwester: Schau, eine Kutsche ohne Ross!“ – „Früher war es normal, dass nicht alle Kinder überlebt haben.“ – „Einmal hatte ich einen Gast, der sogar zwei Skilehrer für sich alleine haben wollte – einen vorne und einen hinten.“ – „Ich bin einer der letzten Heuzieher in Lech.“ – „Der Lech war zugefroren und so konnte man das Feuer nicht richtig löschen.“ – „Daneben waren auch noch Zimmer, aber da waren nur Vorhänge dazwischen. Ich möchte nicht wissen, wie es da oft zugegangen ist.“ – „Ich musste die Königin drei Mal auf einen anderen Stuhl setzen, weil es ihr jedes Mal auf den Kopf geregnet hatte.“ – „Da heroben habt ihr zwei Vorteile: Ihr habt keinen Nebel und keine Mücken.“

Lebensbilder und Erinnerungen von Lecherinnen und Lechern
Herausgeber: Gemeindearchiv Lech, 183 Seiten, ISBN 978-3-9503026-1-5
Preis: 35.- €
Erhältlich beim Museum Huber-Hus
E-Mail: museum@gemeinde.lech.at
Jodok Müller, Riezlern