Chronik 2025 Galtür
Das Jahr 2025 in der Gemeinde Galtür
Galtür hatte einen schneearmen Winter, größere Schneemengen gab es Anfang Dezember 2024 und in der ersten Jännerhälfte. Aufgrund der gut ausgebauten künstlichen Beschneiungsanlagen der Bergbahnen Galtür waren die Skilifte bis Ostermontag in Betrieb. Im gesamten Winter musste keine Sitzung der Lawinenkommission einberufen werden, was für diesen hochalpinen Raum unüblich ist.
Im Sommer hat es in Galtür viel geregnet, in jeder Woche gab es zwei bis drei Schlechtwettertage. Die Bauern hatten große Probleme, das erste Heu einzubringen.
Galtür wurde zum Glück von starken Unwettern über das ganze Jahr verschont. Mitte Oktober kam es zu einem größeren Felssturz im „Kind“, davon betroffen waren der Radweg und im Winter die Langlaufloipe und der Wanderweg.
Die dauernden Regenfälle bereiteten auch den Vorarlberger Illwerken bei den Bauarbeiten an der Silvretta Hochalpenstraße nach dem Murenabgang im Jahr 2024 große Schwierigkeiten. Es kam dauernd zu neuen Steinschlägen und kleineren Murenabgängen auf der Vorarlberger Seite. Die Öffnung der Straße wurde wöchentlich verschoben. Anfang August hat dann der Betreiber mitgeteilt, dass die Straße 2025 und voraussichtlich auch im Jahr 2026 geschlossen bleibt. Diese Maßnahme hatte gravierende Auswirkungen auf den Sommertourismus, auf die Zahl der Nächtigungen und auf den Tagestourismus.
Gemeindepolitik und Ortsentwicklung
Die Gemeinde Galtür hat im Jahr 2025 hauptsächlich in die Infrastruktur investiert. So wurden bei der Wasserversorgung die Ortsleitung in Wirl und die Leitung Winkl bis Gampele erneuert. Der Hochbehälter und die Wasserqualitätskontroll- Anlage in der Pritze erhielten eine neue Fernüberwachung.
Der Breitbandausbau im Gemeindegebiet wurde soweit abgeschlossen, dass jeder Ortsteil mit Glasfaser versorgt ist. Laufend werden Häuser an das neue Netz angeschlossen.
Im Zuge der Straßensanierungen wurden Bereiche in Wirl, im Ortsteil Egg und in der Dorfmitte vollflächig asphaltiert. Der Gemeinderat hat weiters im Sommer beschlossen, sich bei dem neuen Projekt der Bergbahnen Galtür mit einer entsprechenden Kapitalaufstockung zu beteiligen.
Die neue Dauerausstellung des Alpinariums Galtür mit dem Arbeitstitel „Akklimatisiert“ wurde ebenfalls im Sommer vom Gemeinderat genehmigt. Die Umsetzung ist im Frühjahr 2027 geplant.
Durch die TBC-Vorfälle beim Rotwild im Jagdgebiet Jamtal wurde das gesamte Gemeindegebiet als Seuchengebiet ausgewiesen. Dies hatte zur Folge, dass im Alpsommer nur 532 Stück Weidevieh auf der Alpe Vermunt aufgetrieben wurden.
Tourismus
In der Wintersaison waren die Galtürer Tourismusbetriebe sehr gut ausgebucht. Gegenüber dem vorhergehenden Winter konnte eine Steigerung bei den Übernachtungen um 4,6 Prozent erzielt werden. Die sechste Auflage der Nordic Volumes im März wies wieder ein prominentes Starterfeld auf und war der sportliche Höhepunkt der Saison. Die besten Langläuferinnen und Langläufer Österreichs kämpften im Cross Country Climb um die nationalen Meistertitel. Am ersten Tag waren über hundert Kinder und Jugendliche bei den Kids Race aktiv.
Im Laufe des Winters hat der Tourismusverband in Wirl im Bereich der Pumpstation ein großes Schneedepot errichtet. Dieses wurde über den Sommer mit 1.500 m³ Hackschnitzel abgedeckt. Mit diesem Schnee konnte Anfang November eine Langlaufloipe von der Kopser Brücke in Richtung Zeinis mit einer Länge von zirka drei Kilometer errichtet werden.
Die Sommersaison ist wegen der Sperre der Silvretta Hochalpenstraße und dem häufigen schlechten Wetter eher mäßig ausgefallen. Die zweite Auflage des Paznaun Ischgl Ultra Trail mit Start und Ziel in allen vier Orten des Tales hatte über 1.000 Teilnehmer. Der Sieger Christian Stern bewältigte die Marathonstrecke über 100 km und 6.300 Höhenmeter in 13:22:08 Stunden.
Der neue Trailpark am Alpkogel, errichtet und betreut von den Bergbahnen Silvretta Galtür, wird von den Gästen und Einheimischen sehr gut angenommen.
Kultur

Im September hat das Alpinarium Galtür den Euregio Museumstag 2025 ausgerichtet. Zwei Tage lang trafen sich 150 Museumsfachleute aus Tirol, Südtirol und dem Trentino in Galtür zu einem fachlichen Austausch. 25 Museen haben in Einzel- und Kooperationsprojekten Ausstellungen, Veranstaltungen und Vermittlungsangebote erarbeitet, die sich mit Konflikten und Umbrüchen in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen. Ausgehend vom Gedenken „500 Jahre Michael Gaismair“ standen unter anderem der radikale gesellschaftliche Wandel im 16. Jahrhundert, insbesondere die Geschichte der Bauernkriege, sowie Themen wie soziale Gerechtigkeit, Widerstand und Zivilcourage im Fokus. Das Alpinarium Galtür hat mit der Ausstellungsergänzung „Käse nach Marienberg“ einen interessanten und spannenden Teil der Besiedelungsgeschichte von Galtür aufgearbeitet. Die Galtürer Bauern waren nämlich über Jahrhunderte dem Kloster Marienberg im Vinschgau zinspflichtig und mussten jeden Herbst einige hundert Kilo Käse im Kloster abliefern.
„Waterwise“, ein Interreg Space Projekt mit einer Laufzeit über drei Jahre, beschäftigt sich mit den Wasserressourcen im Alpenraum. Das Alpinarium Galtür ist einer der sieben europaweit ausgewählten Projektpartner. Das Projektgebiet befindet sich im hinteren Jamtal im Bereich des stark schmelzenden Jamferners.
In der Bücherei „zum Lesa“ stellte der Landecker Autor Dietmar Wachter seinen neuen Roman „Der schöne Karl“ vor. Im Sommer folgten Vorträge zur künstlichen Intelligenz und zur Notfallpsychologie. Im Herbst eroberte der Kabarettist Markus Koschuh mit „Asterix“ Galtür.
Vereine
Die Feuerwehr erhielt ein Mannschaftsfahrzeug, einen Mercedes Vito. Der 121. Bezirksfeuerwehrtag des Feuerwehrbezirkes Landeck fand Ende April in Galtür statt.

Die MK Galtür feierte mit einem dreitägigen Fest ihr 100-jähriges Bestehen. Neben vielen Konzerten von Gastkapellen und einem Sternmarsch fand auch ein Marschwettbewerb des Blasmusikverbandes Landeck statt. Im Herbst übergab Kapellmeister Christian Zangerle den Taktstock an Simon Kathrein.
Im September hatte das Schützenviertel Oberland ihre Viertel- und Regimentsversammlung in Galtür im Sport- und Kulturzentrum (SKZ) abgehalten. Die Schützenkompanie Galtür öffnete für Einheimische in der Zwischensaison ihr Vereinslokal für den sonntäglichen Frühschoppen.
Bei der Bergrettung Galtür gab es einen Wechsel in der Führung: Obmann Christian Walter übergab das Amt an Ronald Lorenz.
Für den Pflegeverein Galtür ist seit November Dr. Christel Plaizier zuständig. Sie übernahm das Amt vom langjährigen Obmann Dr. Fritz Treidl.
Der Skiclub Silvretta Galtür verzeichnete beim 52. Silvretta Ferwall Marsch einen Teilnehmerrekord mit 1.204 Wanderern. Auf vier abwechslungsreichen Strecken, von der familienfreundlichen Route über 13,5 km bis zur herausfordernden Marathondistanz mit 42,2 km und 1.800 Höhenmetern, konnten die Teilnehmer die Gebirgswelt des Ferwall und der Silvretta erleben.
Ende September fand die 31. Almkäseolympiade, organisiert und durchgeführt von der Landjugend Galtür, mit einem neuen Teilnehmerrekord statt. 415 Käse von 158 Almen stellten sich der Jury um die begehrte Galtürer Sennerharfe in Gold, Silber oder Bronze.
Im November fand der Landjugendtag des Bezirkes Landeck mit einem Festgottesdienst und anschließend mit einem Ball im SKZ in Galtür statt.
Der Chor Culturaklang war mit einer Bläsergruppe der MK Galtür bei den Ischgler Kirchenkonzerten im Einsatz.
Weitere Ereignisse
Bernadett Pöll wurde beim Prima la Musica Landeswettbewerb in der Stufe IV „Solo Klarinette“ mit 93,25 Punkten Landessiegerin. Beim Bundeswettbewerb in Wien erreichte sie mit 89,25 Punkte Silber und einen zweiten Preis.
Die Hofkäserei Huber von Bürgermeister Hermann Huber hat wieder bei den verschiedensten Käseprämierungen großartige Erfolge erzielt, unter anderem mit dem Kasermandl in Gold in Wieselburg. Weitere Auszeichnungen für verschiedene Käseprodukte gab es bei der Almkäseolympiade in Galtür, bei der Käsiade in Hopfgarten und bei der Südtiroler Alpkäseprämierung in Burgeis.
Damit weiterhin und längerfristig das Graben des punktierten Enzians in Galtür möglich ist und vom Naturschutz auch genehmigt wird, wurde unter Koordination von regioL gemeinsam mit der Umweltabteilung der Bezirkshauptmannschaft Landeck ein Projekt zur Kartierung der Grabgebiete im gesamten Bezirk Landeck gestartet. Projektträger ist die Gemeinde Galtür, Projektpartner sind drei Gemeinden und fünf Alminteressentenschaften. Im Sommer erfolgten die Aufnahme und Auswertung der Bestände in diesen Gebieten.
Andreas Walter wurde bei der Tiroler Schnapsprämierung als Betriebssieger ausgezeichnet. Prämiert wurden weiters die Destillate von Hermann Lorenz und Markus Lorenz.
Es ist schon Tradition: Das Jahr 2025 wurde am Dorfplatz mit einem Fackellauf der Skischule Silvretta Galtür, musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Galtür und Ansprachen von Bürgermeister Hermann Huber und Pfarrer Hw. Bernhard Speringer, verabschiedet.
Im Jahr 2025 haben zwei Mädchen und sechs Buben das Licht der Welt erblickt. Vier Personen sind in Galtür verstorben.
Christine Pöll BA BA MA
und Ing. Helmut Pöll