Chronik 2025 Grosses Walsertal

Das Jahr 2025 im Großen Walsertal

Biosphärenparkregion Großes Walsertal

Die Wertschätzung stand im Mittelpunkt des Jubiläumsjahres 25 Jahre UNESCO Biosphärenpark Großes Walsertal. Nach der Sammlung von rund 500 Stimmen und Gedanken aus der Bevölkerung zur Frage „Was schätzt du wert?“ folgte die künstlerische Aufbereitung in einer Ausstellung, die im biosphärenpark.haus zusehen ist.

Regionalentwicklung

Im Regionalplan (Managementplan des UNESCO Biosphärenparks) wurden die Ziele der nächsten zehn Jahre formuliert. Dieser vereint alle bisherigen Strategien und Pläne, deren Weiterentwicklung sowie das übergeordnete Leitbild in einem Papier.

Das Regionale Landschaftsentwicklungskonzept wurde beschlossen. Es unterstützt als regionales Planungsinstrument die Bereiche „Landschaft & Freiraum“.

Im Prozess „Übergänge gestalten“ wurden die politischen und operativen Strukturen in der Region angepasst. Nach der Anpassung der REGIO-Statuten wurde das erste Regionalparlament mit allen politisch gewählten Vertreterinnen und Vertretern des Tales abgehalten.

Um die Vielfalt an Perspektiven des Großen Walsertals abzubilden und die Arbeit der Regio zu unterstützen, wurde der „Beirats fürs Tal“ mit 42 Bürgerinnen und Bürgern aus der Region eingerichtet.

Mit den ersten Bauetappen in Marul und Thüringerberg startete der flächendeckende Ausbau des Glasfasernetzes im Großen Walsertal in Kooperation mit der illwerke vkw AG.

Am 28. November feierte Bergholz, der Zusammenschluss von holzverarbeitenden Betrieben, Gemeinden, Architekten, Planern und weiteren Mitgliedern, sein 25-jähriges Bestehen.

Natur- und Landschaftsschutz und Forschung

Am Projekt „Alpflug“, gefördert vom Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, waren 18 Alpen im Biosphärenpark beteiligt. Sie setzten Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung und -vernetzung für das Birkhuhn auf Alpgebieten.

Knapp 100 Landwirtinnen und Landwirte nahmen an den Veranstaltungen im Rahmen des regionalen Naturschutzplans teil. Darüber hinaus waren Biotopexkursionen in der Region und Fachvorträge gut besucht.

An der Challenge beziehungsweise Aktion „Ferien für den Rasenmäher 2025“ im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes „Ge_Now“ beteiligten sich Gemeinden, Betriebe und Haushalte aus dem Großen Walsertal.

Der Waldzustandsbericht Großes Walsertal 2025 wurde erstellt.

Im Forschungsprojekt „Alpanach“ wurden Zustand und Entwicklung der Alpen im Großen Walsertal untersucht.

Das alpenweite Projekt „TranStat“, das die Folgen des Klimawandels für Wintersportregionen analysierte und Beispiele für erfolgreiche Anpassungsstrategien aufzeigte, wurde abgeschlossen.

Das Biosphärenparkteam brachte sich im Projekt „MultiBios“ ein, welches sich mit klimawandelbedingten und wasserbezogenen Risiken wie Hochwasser, Trockenheit, Lawinen und Muren beschäftigte.

Klimaschutz, Energie, Mobilität und Klimawandelanpassung

Die gegründete interkommunale Energiegemeinschaft Walserstrom vereint 49 Zählpunkte, darunter alle sechs Gemeinden im Großen Walsertal, der Mittelschulverband und die ARA Fontanella/Sonntag.

Die Reparaturcafés in St. Gerold, Sonntag und Raggal können auf eine Reparaturquote von über 65 Prozent zurückblicken.

Die Weiterführung der Programme KEM (Klima- und Energiemodellregion) 2026-2029 sowie KLAR (Klimawandelanpassungsregion) 2025-2028 wurden beschlossen.

Schwerpunktthema im KLAR-Programm war die Waldbrandprävention. Nach der Besichtigung des Stützpunktes Süd für Vegetationsbrandbekämpfung mit allen Feuerwehren aus dem Tal wurde die Ausrüstung für den Ersteinsatz organisiert.

Nach der Wasserknappheit Anfang Juli 2025 wurde ein Pilotprojekt für die Wasserversorgung auf den Alpen und der Gaßneralpe geplant.

Mit der Ausrollung des Landbusfahrplanes zum Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 steht der Bevölkerung und den Gästen ein Fahrplan mit ausgeweiteten Fahrzeiten in der Früh und am Abend sowie eine bessere Bahnanbindung zur Verfügung. Durch die wechselnde Linienführung von Thüringen über Raggal oder Blons nach Damüls bzw. Fontanella ergibt sich zumeist ein Stundentakt.

Soziales, Gesellschaft und Beteiligung

Soziales, Gesellschaft und Beteiligung Am 5. Mai wurde „Essen auf Rädern“ gestartet. Pilotgemeinden sind Blons, Fontanella, Raggal und Sonntag. Im November waren es bereits 19 Klientinnen und Klienten, an welche die freiwilligen Fahrerinnen und Fahrer wöchentlich 59 warme Mittagessen auslieferten. Für die Anschaffung der Wärmebehälter gab es zahlreiche Spenden, unter anderem vom Flohmarktlädele, vom Suppentag in Sonntag und vom Neujahrstreff in Bad Rothenbrunnen.

Mit der Einführung der Schulsozialarbeit an der Mittelschule und allen Volksschulen im Tal erhielten Kinder, Jugendliche und Eltern ein neues Unterstützungsangebot.

Bildung für nachhaltige Entwicklung Im Zuge des Volksschulprogramms Biosphärenparkschule wurden insgesamt 72 Exkursionen mit 194 Schülerinnen und Schülern in der Region veranstaltet.

Im Konzept für die Biosphärenparkmittelschule wurden weiterführende Module mit den ersten drei Schulstufen durchgeführt.

Die Biosphärenparkkindergärten schlossen im Juni das Jahresthema „Kleiner Daumen – große Wirkung“ ab und starteten mit dem Jahresthema „Kinder des Waldes“, einem Kooperationsprojekt mit den Walserbibliotheken.

Regionales Ehrenamt und Vereine Bei den Gebietswahlen der Bäuerinnen am 14. Jänner wurde Claudia Müller aus Buchboden zur Gebietsbäuerin gewählt. Ihre Stellvertreterinnen sind Anja Nigsch aus Raggal und Simone Pfefferkorn aus Marul.

Anfang Februar fand das Netzwerktreffen der Walserbibliotheken statt. 25 engagierte Frauen kamen zusammen, um sich auszutauschen und gemeinsame Projekte zu planen.

Der Flohmarktladen im ehemaligen Gasthaus Gemsle in Garsella wurde um ein Nähzimmer erweitert und hatte von April bis November jeden Freitagnachmittag geöffnet. Darüber hinaus entwickelt sich der Ort zu einem Treffpunkt, unter anderem für den Angehörigen- Stammtisch und das Begegnungs-Café für die 24-Stunden-Betreuerinnen und Betreuer.

Alois Burtscher aus Fontanella und Eugen Türtscher wurden für ihre 50-jährige Mitgliedschaft im Bienenzuchtverein Blumenegg Großes Walsertal geehrt. Für 15 Jahre Verdienste in der Bienenzucht wurden Otto Stuchly aus Thüringen, Josef Schneider aus Marul und Alfons Hartmann aus Sonntag ausgezeichnet.

Der Skiverband Brandnertal Walgau Walsertal (SVBWW) ist seit 30 Jahren eine tragende Säule des alpinen Skisports in Vorarlberg. Er setzt sich mit großem Engagement für die Nachwuchsförderung ein. Ein zentrales Element ist der Walgaucup, bestehend aus mehreren Rennen in Brand, Faschina und Sonntag-Stein. Jungen Menschen wird die Chance geboten, sich im sportlichen Wettkampf zu messen und wichtige Rennerfahrungen zu sammeln. Die feierliche Preisverteilung und das 30-jährige Jubiläum des SVBWW, an dem Gründungsobmann Bruno Hummer teilnahm, unterstrichen die Bedeutung des Cups, auch durch die Grußworte von Landtagspräsident Mag. Harald Sonderegger und VSV-Präsident Walter Hlebayna.

Durch die Teilnahme von 81 Trachtenträgerinnen und -trägern der Trachtenvereine aus dem Großen Walsertal am Festumzug des Internationalen Walsertreffens in Lech wurde die aktive Brauchtumspflege ein weiteres Mal sichtbar. Beim Trachtentag am 7. September wurde die von den Trachtenvereinen als Zeichen der Zusammengehörigkeit angeschaffte Statue der hl. Notburga gesegnet.

Mit Bianca Konzett aus Fontanella erhielt der Krankenpflegeverein Großes Walsertal eine neue Obfrau. Georg Türtscher hatte sich über viele Jahre hinweg für den Krankenpflegeverein weit über ein normales Maß hinaus eingesetzt und seine Nachfolgerin vorausschauend für das Amt gewinnen können.

80 Teilnehmer konnten bei der groß angelegten Regionsübung der Bergrettungsortsstellen Sonntag, Raggal und Fontanella ihr Können bei sechs verschiedenen Szenarien unter realistischen Bedingungen erproben. Besonders erfreulich war der Start der Jugendbergrettung im September, ein gemeinsames Projekt der Bergrettungsortsgruppen im Großen Walsertal. 24 Jugendliche konnten dafür begeistert werden.

Kulturfestival Walserherbst

Seit 2004 verknüpft das Festival im Zweijahresrhythmus Tradition und Zeitkultur und spannt seinen Programmbogen drei Wochen lang über das gesamte Tal und bis hinüber nach Damüls. Das jüngste Walserherbst Festival fand vom 15. August bis 6. September statt und nahezu alle Veranstaltungen waren, teils frühzeitig, ausgebucht.

Im Laufe des Festivals standen neben sechs Ausstellungen über 30 Veranstaltungen auf dem Programm. Musikalisch spannte der Walserherbst den Bogen von regional bis international. Die Reihe „Klingende Kirche“ brachte mit dem Duo Campanula, dem Lofoten Cello Duo gemeinsam mit Clemens und Kilian Erhart aus Marul sowie dem Kokle- Jugendensemble aus Riga eindrucksvolle Konzertabende in die Kirchen des Tales. In der Reihe „Aufg’spielt und Aufkocht“ luden die Orivesi All Stars aus Finnland und die Janusz Prusinowski Kompania aus Polen in eine Walser Scheune hoch über Blons zum Tanzen, Essen und Feiern.

Ein besonderes Kapitel schrieb die neunte Radix Musikwerkstatt: Unter der Leitung von Evelyn Fink- Mennel – zugleich Kuratorin des Walserherbst- Musikprogramms – konnte nicht nur ein neuer Teilnahmerekord verzeichnet werden, es gab auch ein Abschlussfest mit fast 100 spielenden, singenden und tanzenden Musikantinnen und Musikanten auf dem prall gefüllten Dorfplatz von Blons.

An zwei Filmtagen tauchten die Kinobesucher in Dokumentar- und Spielfilme mit Tiefgang ein.

Im Lutzschwefelbad konnte im Lehmschlickerbad gebadet und im Flohmarktladen im Gemsle gestöbert werden. Monika Flütsch aus St. Antönien zeigte im Papierschnitt-Workshop, wie der kreative Weg vom Entwurf zum fertigen Werk aussehen kann. Martha Labil lud Groß und Klein zum Baumzirkus und zum Waldwandern und -wandeln für erwachsenes Publikum.

Im Rahmen von Lesungen mit Musik trugen Teilnehmerinnen der Mundartschreibwerkstatt, welche unter der Leitung von Mundartautorin Erika Hössli im Frühjahr stattgefunden hatte, ihre Texte zu digitalen Fotomontagen der Künstlerin Heidi Comploj vor.

Monika Bischof