Chronik 2025 Brand

Das Jahr 2025 in der Gemeinde Brand

Das Jahr 2025 war für Brand und das Brandnertal ein Jahr der Kontinuität und gleichzeitig eines der Weichenstellungen. Viele Entwicklungen haben sich fortgesetzt, manches wurde neu angestoßen, und einiges hat uns auch gefordert. Rückblickend lässt sich sagen: Es war ein Jahr, das weniger durch einzelne
spektakuläre Ereignisse geprägt war, sondern vielmehr durch solide Arbeit, große Investitionen in die Zukunft und ein starkes Miteinander im Tal.

Politik und Infrastruktur

Im März 2025 fanden die Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen statt. Es traten zwei Listen und zwei Bürgermeisterkandidaten an. Die Liste „Freie Wählerliste Brand“ erreichte neun Mandate in der Gemeindevertretung, die Liste „Einfach Brandner“ erzielte drei Mandate. Das entspricht genau der Sitzverteilung der vergangenen Wahlen im Jahr 2020, sodass stabile politische Verhältnisse weiterhin gegeben sind. Als Bürgermeister wurde Klaus Bitschi mit 71,32 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Er geht in seine zweite Amtsperiode.

Der neue Dorfladen in Brand. Foto: Gemeinde Brand
Der neue Dorfladen in Brand. Foto: Gemeinde Brand

Am 12. Juni 2025 wurde der neue Dorfladen mit dem Lebensmittelhändler SPAR als Einkaufspartner am Standort der ehemaligen Raiffeisenbank eröffnet. Das neue Geschäft wird sowohl von Einheimischen als auch Gästen sehr gut angenommen und dient auch als sozialer Treffpunkt. Mit der Eröffnung des Dorfladens als hundertprozentige Tochter der Gemeinde wurde die Nahversorgung im Ort nachhaltig gesichert und der Ortskern gestärkt.

Tourismus – Stabilität mit leichten Zuwächsen

Touristisch bewegte sich das Jahr insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres. Trotz eines verregneten Julis konnten die sehr starken Monate Juni und August diesen Effekt weitgehend ausgleichen. Auf das Tourismusjahr gesehen verzeichneten wir zirka zwei Prozent mehr Ankünfte und in Summe rund 303.000 Nächtigungen.

Mit dem neuen Logo und der Leitkampagne „Lieber schön ins Brandnertal“ wurde ein klares Bekenntnis zu Qualität, Authentizität und nachhaltigem Tourismus abgegeben. Mit der Gründung der Brandnertal Tourismus GmbH, welche gesamtheitlich zukünftig die Gemeinden Bürs, Bürserberg und Brand sowie die Bergbahnen unter einem Dach vermarktet, haben wir 2025 die strukturellen Voraussetzungen geschaffen und Kernkompetenzen zurück ins Tal geholt, sodass wir schnell auf die zukünftigen Herausforderungen reagieren können.

Bergbahnen – Investition in die Zukunft

Eine Gondel der neuen Loischkopfbahn
Eine Gondel der neuen Loischkopfbahn Foto: Gemeinde Brand

Im April fiel der Startschuss für den Bau der neuen Loischkopfbahn auf der Tschengla. Mit einem Investitionsvolumen von rund 28 Millionen Euro handelt es sich um die größte Investition in der Geschichte der Bergbahnen Brandnertal. Auch für die Gemeinden Bürserberg und Brand als größte Gesellschafter war das ein finanzieller Kraftakt, in dem sie jeweils 5,5 Millionen Euro in die Gesellschaft an Kapital einbrachten, um das Vorhaben zu stemmen. Die neue Bahn ersetzt die Einhornbahn II sowie die bisherige Loischkopfbahn. Am 12. Dezember 2025 wurde die Betriebsanlagenbewilligung erteilt. Der Start in die Wintersaison war witterungsbedingt herausfordernd. Die warmen Temperaturen verhinderten die technische Beschneiung, letztlich gab es lediglich drei Frostnächte im November, um die Pisten herzurichten. Dennoch zeigte sich die Buchungslage zu Weihnachten und Silvester sehr erfreulich.

Energie – Gemeinsam handeln

Im Juni nahm die Energiegemeinschaft Brandnertal ihren Betrieb auf. Bereits rund 60 Mitglieder mit über 150 Zählpunkten beteiligen sich, darunter nahezu alle großen Beherbergungsbetriebe im Tal sowie die Gemeinden Brand und Bürserberg. Ziel ist es, den im Tal erzeugten Strom regional und zu günstigeren Tarifen zu nutzen. Die Energiegemeinschaft steht exemplarisch für den Weg hin zu mehr regionaler Wertschöpfung, Kreislaufwirtschaft und Eigenverantwortung.

Das Großprojekt Lünerseewerk II wurde auch 2025 in enger Kooperation mit der illwerke vkw AG weiterverfolgt. Im Frühjahr 2025 wurde das UVP-Vorverfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) eingeleitet, die Begutachtung der Unterlagen fiel mehrheitlich positiv aus.

Veranstaltungen

Zu den Höhepunkten im Jahr 2025 zählten der 23. Kirchentag mit der 57. Generalversammlung der Vorarlberger Walservereinigung, das Bundestreffen der Zimmerer, das ALPIN8 Everesting, das Bezirksfeuerwehrfest, die Station des Transalpin Runs mit rund 900 Teilnehmenden in Brand sowie das „Kunterbunt-Festival“ im Oktober. Insbesondere das dreitägige Bezirksfeuerwehrfest hat das ganze Dorf
gefordert und war nur durch unzählige ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gemeinsam zu stemmen.

Katastrophen und Ereignisse

Abgesehen von einer kleinräumigen Vermurung im Rothorntobel im August blieb Brand von größeren Naturereignissen zum Glück verschont, ganz im Gegensatz zum Walserdorf Blatten in der Schweiz, welches durch einen gewaltigen Gletscherabbruch und Bergsturz schwer getroffen wurde. Die Katastrophe hat große Betroffenheit in der Bevölkerung ausgelöst und auch aufgezeigt, dass die vermehrt auftretenden Felsstürze im Tal mit Bedacht beobachtet werden müssen.

Statistik

Der älteste Brandner wurde 99 Jahre alt, die älteste Brandnerin 98. Insgesamt leben sieben Personen über 90 Jahre in der Gemeinde. Es gab sieben Geburten und acht Todesfälle sowie mehrere runde Geburtstage und Jubelhochzeiten.

Klaus Bitschi