{"id":12275,"date":"2017-05-25T17:26:55","date_gmt":"2017-05-25T15:26:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/?p=12275"},"modified":"2024-03-02T16:02:35","modified_gmt":"2024-03-02T15:02:35","slug":"galtuer-1320-homines-dicti-walser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/galtuer-1320-homines-dicti-walser\/","title":{"rendered":"Galt\u00fcr 1320 &#8211; \u201eHomines dicti Walser\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-media-text is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"222\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-1-1024x222.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12278 size-full\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-1-1024x222.jpg 1024w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-1-300x65.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-1-768x167.jpg 768w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-1-150x33.jpg 150w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-1.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p>Eintragung aus dem Jahr 1320 des Jacobus Moser, Pfleger zu Nauders, im Rechnungsbuch. Original liegt im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in M\u00fcnchen, \u201eTirol\u201c n. 11, fol. 88a.<\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p><em>&nbsp;\u201eNota postmodum anno domini MCCCXX homines dicti Walser de Cultaur advenientes, nunc manentes in pertinenciis officii Nauders dabunt pro novo censu de terra libras XII omni anno de quibus iudex in Nauders debebit facere rationem.\u201c<\/em> (Beachte: Nachdem im Jahre 1320 die Leute, welche Walser genannt werden, nach Galt\u00fcr gekommen sind und nun st\u00e4ndig im Kompetenzbereich des Gerichtes Nauders bleiben, werden sie als neuen Bodenzins zw\u00f6lf Pfund j\u00e4hrlich abf\u00fchren, wor\u00fcber der Richter in Nauders Rechnung legen wird.)<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>So lautet eine kaum zu entziffernde Notiz des Nauderer Richters Jacobus Moser im Rechnungsbuch Heinrichs von Tirol. Durch diese Eintragung erfahren wir vom Erscheinen der Walser inmitten der Allmende am Zusammenfluss des Vermunt- und Jambaches.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Auftauchen der Walser in Galt\u00fcr ist eine der r\u00e4tselhaftesten Episoden in der Geschichte der Kolonisten aus dem oberen Wallis. Galt\u00fcr ist die \u00f6stlichste aller Walsersiedlungen, die von der Heimat im Rh\u00f4netal am weitesten entfernt ist und die einzige in Tirol. Die Walser m\u00fcssen zwischen 1310 und 1315 nach Galt\u00fcr gekommen sein. Daf\u00fcr spricht die \u00dcberlegung, dass es im Mittelalter&nbsp; \u00fcblich war, \u201evom Neubruchland nicht sogleich einen Zins oder Zehnten einzuverlangen. Von Beginn der Rodung und Urbarmachung an, einer Phase m\u00fchsamer Auseinandersetzung mit dem wilden&nbsp; Boden, lie\u00df man einige Zeit verstreichen,&nbsp;bis sich ordentliche Ertr\u00e4ge einstellten. Diese Frist betrug in der Regel zehn Jahre.\u201c&nbsp; Die Walser erschienen in Galt\u00fcr also gleichzeitig, wenn nicht sogar&nbsp;schon vor den Walsern in Vorarlberg. Die ersten Ansiedlungen aus Dam\u00fcls und Laterns sind f\u00fcr 1313 bezeugt, die Walser am Tannberg und in Mittelberg sind wahrscheinlich vor 1348&nbsp;eingewandert. Bei&nbsp;den sp\u00e4teren Galt\u00fcrern handelte es sich also um eine Gruppe, die an anderen geeigneten Siedlungspl\u00e4tzen vorbei ins innerste Paznaun gef\u00fchrt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant ist auch die Lage der Siedlung. Die Walser in Galt\u00fcr haben sich nicht in irgendeiner Extremlage &#8211; in den letzten \u201eWildnussen und H\u00f6hinnen\u201c &#8211; niedergelassen, sondern inmitten eines &#8211; im Verh\u00e4ltnis zur H\u00f6henlage &#8211; fruchtbaren Talbodens. Die Alteingesessenen blieben in den Randlagen, sie mussten zu den Walsern hinabsteigen, nicht umgekehrt. Die Gegend des heutigen Dorfkerns von Galt\u00fcr mag zwar um 1310 noch dicht bewaldet und manchmal \u00fcberschwemmt gewesen sein &#8211; die Tatsache, dass schon 1360 am Zusammenfluss von Vermunt- und Jambach mit dem&nbsp; Bau der ersten Kirche begonnen worden ist, beweist indessen, dass man hier schon \u201efesten Grund unter den F\u00fc\u00dfen\u201c hatte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2.jpg\" rel=\"attachment wp-att-12277\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"433\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2-1024x433.jpg\" alt=\"Weiheurkunde aus dem Jahr 1383: Bischof Johannes II. von Chur weihte die erste Kirche in Galt\u00fcr. Die Originalurkunde liegt relativ gut erhalten im Pfarrarchiv Galt\u00fcr.\" class=\"wp-image-12277\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2-1024x433.jpg 1024w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2-300x127.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2-768x325.jpg 768w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2-150x63.jpg 150w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2-600x254.jpg 600w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Galtuer-2.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Weiheurkunde aus dem Jahr 1383: Bischof Johannes II. von Chur weihte die erste Kirche in Galt\u00fcr. Die Originalurkunde liegt relativ gut erhalten im Pfarrarchiv Galt\u00fcr.<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Ein zweites interessantes Dokument ist die Weiheurkunde der ersten Kirche von Galt\u00fcr von Bischof Johannes II. aus dem Jahr 1383. Nicht weniger als viermal bezeichnet der Bischof in dieser&nbsp; Urkunde die Galt\u00fcrer als \u201eincolis\u201c und \u201evallensis\u201c, also als \u201eEinwohner\u201c und als \u201eWalser\u201c. Die Walser waren anscheinend, rund 70 Jahre nach ihrer Einwanderung, immer noch die \u201eFremden\u201c, die es von den Einheimischen zu unterscheiden galt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auszug aus der sinngem\u00e4\u00dfen \u00dcbersetzung der Weiheurkunde:<\/p>\n\n\n\n<p><em>In Christi Namen, Amen. Wir, Johannes, von Gottes und des Apostolischen Stuhles Gnaden Bischof von Chur, tun allen Christgl\u00e4ubigen, gegenw\u00e4rtigen und k\u00fcnftigen, kund, dass wir auf Bitten der frommen Bewohner und Walliser des Tales, das als Cultura bezeichnet wird &#8211; in der N\u00e4he des Tales gelegen, das man Paznaun nennt &#8211; ihre neue, mit eigenen M\u00fchen und Kosten in einer ziemlich abgelegenen, beschwerlichen und waldreichen Gegend errichteten Kirche samt Friedhof eingeweiht haben, zu Ehren der heiligsten Mutter Gottes, der Jungfrau Maria, welche sowohl jene Bewohner und Siedler, als auch (andere) gl\u00e4ubige Christen in jenem Ort und Tempel als Anw\u00e4ltin der M\u00fchseligen zu verehren und anzurufen begannen. (&#8230;) <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Au\u00dferdem haben wir, in lebhafter Erinnerung an die M\u00fche, den Weg und die Gefahren der Wege, denen wir uns bei der Ann\u00e4herung an den zu weihenden Ort ausgesetzt haben, eingesehen sowie mit eigenen Augen festgestellt, dass diese Einwohner und Walser einen eigenen Kaplan und Priester ben\u00f6tigen, (&#8230;) daher genehmigen wir ihnen (&#8230;), dass sie von nun an selbst einen ausgezeichneten und ehrsamen Priester aufnehmen und bestellen k\u00f6nnen (&#8230;)<\/em><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">DDr. Nikolaus Huhn, Hard<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eintragung aus dem Jahr 1320 des Jacobus Moser, Pfleger zu Nauders, im Rechnungsbuch. 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