{"id":12036,"date":"2017-05-10T22:55:29","date_gmt":"2017-05-10T20:55:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/?p=12036"},"modified":"2023-10-31T13:48:12","modified_gmt":"2023-10-31T12:48:12","slug":"gehoert-das-kleinwalsertal-ueberhaupt-zu-oesterreich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/gehoert-das-kleinwalsertal-ueberhaupt-zu-oesterreich\/","title":{"rendered":"Geh\u00f6rt das Kleinwalsertal \u00fcberhaupt zu \u00d6sterreich?"},"content":{"rendered":"<h2><!--\n-------------------------------------------------------------------------------\nWH 96, Februar 2015, Geh\u00f6rt das Kleinwalsertal \u00fcberhaupt zu \u00d6sterreich?\n-------------------------------------------------------------------------------\n-->&nbsp;Auf der Suche nach einer Identit\u00e4t<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/mittelberg\/mittelberg-5\/\" rel=\"attachment wp-att-6464\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6464 size-medium\" title=\"Riezlern, Kleinwalsertal\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg.jpg 1024w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-450x338.jpg 450w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-100x75.jpg 100w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/mittelberg-600x450.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>\u201eIhr seid ja lieber Deutsche als \u00d6sterreicher.\u201c \u201eAls es noch den Schilling gab, habt ihr diesen nicht angenommen, ihr wolltet damals nur Mark.\u201c \u201eBei Wahlen w\u00e4hlt ihr in Deutschland, oder?\u201c Immer wieder wird man als Kleinwalsertaler mit diesen und \u00e4hnlichen Fragen und Aussagen konfrontiert. Vor allem als Jugendlicher und junger Erwachsener \u00e4rgerte ich mich \u00fcber dieses Bild der Gemeinde <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/mittelberg\/\">Mittelberg <\/a>(Kleinwalsertal) im \u00fcbrigen \u201eL\u00e4ndle\u201c. Bei einem Kurs des Wirtschaftsf\u00f6rderungsinstitutes 1992 muss ich mich derart dar\u00fcber aufgeregt haben, dass sich beim n\u00e4chsten Kurstag eine Teilnehmerin bei mir entschuldigt hat. Immer wieder nehme ich dieses Rollenbild meines Heimattales mit Verwunderung wahr. Bei der Siegerehrung der Internationalen Walser Skimeisterschaften im Laternsertal 2013 begr\u00fc\u00dfte die Musik die \u201eWalser aus Deutschland\u201c. Der ansonsten aufbrausende Jubel unterblieb und die Musiker schauten etwas verwundert in die Runde. Hatten sie die Walser aus dem Kleinwalsertal gemeint? In einer Masterarbeit aus dem Jahr 2011 wird die Gemeinde dann gleich ganz nach Deutschland verortet.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Woher kommt dieses Bild des Tales? Versuchen wir, diesem sehr emotionalen Thema sachlich zu begegnen. Von den in der Gemeinde Mittelberg 4.846 gemeldeten B\u00fcrgern mit Hauptwohnsitz sind 2.774 oder 57,2 Prozent \u00d6sterreicher und 1.381 oder 28,5 Prozent deutsche Staatsb\u00fcrger. 265 Personen oder 5,5 Prozent stammen aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Die n\u00e4chst gr\u00f6\u00dfere Gruppe sind mit 140 Personen oder 2,9 Prozent die Ungarn. 28,5 Prozent deutsche Staatsb\u00fcrger scheinen schon ein recht gro\u00dfes Indiz f\u00fcr eine tendenzielle Wahrnehmung als \u201eDeutsche\u201c zu sein. Werfen wir noch einen Blick in die Geschichte. Am 1. Mai 1891 trat der sogenannte <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walsergemeinden-in-vorarlberg-tirol-und-liechtenstein\/der-zollanschlussvertrag\/\" target=\"_top\" rel=\"noopener\">Zollanschlussvertrag<\/a> in Kraft. Vereinfacht gesagt blieb das Tal zwar \u00f6sterreichisches Hoheitsgebiet, wurde wirtschaftlich aber an Deutschland angeschlossen. Die Zollgrenze wurde hinter die Gemeindegrenze verlegt. Dieser f\u00fcr die Gemeinde Mittelberg \u00e4u\u00dferst wichtige Vertrag und dessen Auswirkungen tragen vermutlich die \u201eHauptschuld\u201c an der Wahrnehmung des Tales als sehr \u201edeutsch\u201c. Vor dem Beitritt \u00d6sterreichs zur Europ\u00e4ischen Union betraf das einerseits die Einfuhr von G\u00fctern, haupts\u00e4chlich aus Deutschland, und vor der Einf\u00fchrung des Euro die deutsche W\u00e4hrung. So haben sich Bezeichnungen wie Quark, Aprikosen oder Tesa im Sprachgebrauch etabliert, ohne dass es die B\u00fcrger als \u201enicht \u00f6sterreichisch\u201c einstufen. Mit Bezeichnungen wie Tixo, Soletti oder Qimiq wissen im Gegenzug viele nichts anzufangen. Mit der rasanten Entwicklung des Tourismus siedelten sich bereits Ende der 1920er- und speziell zu Beginn der 1930er-Jahre viele \u201eReichsdeutsche\u201c im Tal an. Im Jahr 1933 wohnten 384 oder 21,7 Prozent deutsche B\u00fcrger im Tal. Sie brachten meist Kapital mit und waren oft Pioniere des neuen Wirtschaftszweiges. Andererseits war zu dieser Zeit die alteingesessene Bev\u00f6lkerung noch sehr landwirtschaftlich gepr\u00e4gt. 1934 gr\u00fcndeten 400 Einheimische den \u00f6sterreichisch patriotischen \u201eWalserbund\u201c, welcher \u201eder bedrohten Heimat und ihrem Volkstum unverbr\u00fcchliche Treue\u201c schwor.<\/p>\n<p>Gerne werden die nie verwirklichten Stra\u00dfenprojekte zitiert, um aufzuzeigen, dass die Kleinwalsertaler nicht zu Vorarlberg bzw. \u00d6sterreich geh\u00f6ren wollten bzw. wollen. Bei allen geplanten gr\u00f6\u00dferen Stra\u00dfenbauprojekten ging es allerdings um gr\u00f6\u00dfere Zusammenh\u00e4nge und nicht prim\u00e4r um die Anbindung des Tales an das Land. Der erste Denkansatz entstand bereits beim Bau der Flexenstra\u00dfe, geplant wurde sp\u00e4ter die sogenannte Widdersteinstra\u00dfe im Gro\u00dfdeutschen Reich. Die franz\u00f6sische Besatzung nahm die Planungen zun\u00e4chst wieder auf, hatte aber das Interesse nach Abzug der letzten franz\u00f6sischen Soldaten aus dem Tal schnell verloren. Auch bei den Planungen in den 1960er-Jahren ging es der Landesregierung nicht unbedingt um die Verbindung des Tales mit dem Land, sondern um eine \u201eFremdenverkehrs- Transversale Oberstdorf \u2013 Davos\u201c. Die auch als \u201eWalser Transversale\u201c bezeichnete Stra\u00dfe sollte von Oberstdorf durch das Kleinwalsertal in den Bregenzerwald, \u00fcber Dam\u00fcls in das Gro\u00dfe Walsertal und durch das Montafon bis nach Davos im Pr\u00e4ttigau f\u00fchren. Sie sollte als Ausflugsstrecke f\u00fcr eine Attraktionsbereicherung in den Tourismusregionen Allg\u00e4u, Bregenzerwald, Gro\u00dfes Walsertal, Montafon und Pr\u00e4ttigau sorgen und die Wirtschaft ankurbeln. Ablehnung kam nicht nur aus dem Kleinwalsertal, sondern auch aus dem Allg\u00e4u, Bregenzerwald und Montafon. Selbst bei Verwirklichung einer dieser Projekte w\u00e4re der Weg ins \u201eLand\u201c l\u00e4nger als in den nahen deutschen Nachbarort Oberstdorf geblieben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12035\" aria-describedby=\"caption-attachment-12035\" style=\"width: 947px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/gehoert-das-kleinwalsertal-ueberhaupt-zu-oesterreich\/kleinwalsertal\/\" rel=\"attachment wp-att-12035\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12035\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kleinwalsertal.jpg\" alt=\"\" width=\"947\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kleinwalsertal.jpg 947w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kleinwalsertal-300x179.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kleinwalsertal-768x458.jpg 768w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kleinwalsertal-150x89.jpg 150w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/kleinwalsertal-600x358.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 947px) 100vw, 947px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12035\" class=\"wp-caption-text\">Blick vom B\u00e4renkopf nach Norden ins Kleinwalsertal mit dem Allg\u00e4u im Hintergrund, Foto: Jodok M\u00fcller<\/figcaption><\/figure>\n<p>Von au\u00dfen betrachtet k\u00f6nnte es wirklich so aussehen, als ob die Kleinwalsertaler lieber Deutsche w\u00e4ren. Verst\u00e4rkt wird dies zus\u00e4tzlich dadurch, dass bei einem Anteil von 28,5 Prozent deutscher Staatsb\u00fcrger, G\u00e4sten, Saisonpersonal und vielen verwandtschaftlichen Vermischungen von doch einigen kein ausgepr\u00e4gter Dialekt mehr gesprochen wird. Dennoch sind interessanterweise gerade j\u00fcngere Menschen bem\u00fcht, die Walser Sprache zu pflegen.<\/p>\n<p>Wie sieht aber die Sicht der Einheimischen aus? Ein Blick in meine eigene Kinderstube: Meine Geschwister und ich wurden von meinen Eltern vor allem als \u201eWalser\u201c gro\u00dfgezogen. Es wurde bei uns die \u201eVN\u201c (Vorarlberger Nachrichten) gelesen, obwohl sie erst nach Mittag mit der Post kam und verglichen mit dem Allg\u00e4uer Anzeigeblatt kaum \u00fcber das Tal berichtete. Bei Skirennen war mehr als klar, dass wir \u00d6sterreicher sind \u2013 unser erstes gro\u00dfes Idol war Franz Klammer. Nur mein Vater scherte aus, er war bekennender Schweizer Fan. Meiner Tante, die ein Caf\u00e9 betrieb, war es besonders wichtig, G\u00e4ste aus dem \u201erestlichen Vorarlberg\u201c bevorzugt zu behandeln. Da es keine h\u00f6here Schule im Tal gibt, entschloss ich mich, nach der Volksschule das Gymnasium in Oberstdorf zu besuchen. Auch wenn viele Freundschaften entstanden, wurde uns damals deutlich zu verstehen gegeben, dass wir \u201eAusl\u00e4nder\u201c sind.<\/p>\n<p>Ein Einzelfall? Auf eine nicht repr\u00e4sentative E-Mail-Umfrage, die ich an mir bekannte E-Mail-Adressen versandte, bekam ich eine \u00fcberraschend hohe Zahl an R\u00fcckantworten. Der Wortlaut meiner E-Mail: \u201eDa ich relativ oft im \u201a\u00fcbrigen L\u00e4ndle\u2018, sei es privat oder gesch\u00e4ftlich, zu tun habe, werde ich immer wieder mit der Frage konfrontiert: \u201aIhr im Kleinwalsertal seid irgendwie Deutsche, oder?\u2018 Geht es euch auch so und wie antwortet ihr spontan auf diese Frage?\u201c Ein paar Ausz\u00fcge sollen auch hier erw\u00e4hnt sein:<\/p>\n<ul>\n<li>\u2026 auch wenn ich mich eher als Allg\u00e4uerin sehe, bin ich stolz auf meinen \u00f6sterreichischen Pass. Von \u00d6sterreich habe ich auch nie wirklich viel mitbekommen (au\u00dfer der Telefonnummer und der doppelten Postleitzahl). Das liegt vermutlich daran, dass ich seit der Volksschule nur in Schulen im Allg\u00e4u gegangen bin und mir da meinen Freundeskreis aufgebaut habe.<\/li>\n<li>\u2026 na mir send Walser, und stolze \u00d6\u00f6schtriicher.<\/li>\n<li>Nat\u00fcrlich zu \u00d6sterreich, ist meine Antwort!<\/li>\n<li>Leider kann ich Dir da nicht weiterhelfen, weil bei mir stimmt\u00b4s ja \u2013 mit Deutsch \ud83d\ude42<\/li>\n<li>Eine interessante Frage, die ich mir selber auch schon gestellt habe und die auch unsere Kinder (vor allem die Gro\u00dfe, die im Gymnasium ist) durchaus besch\u00e4ftigt. Ich f\u00fcr meinen Teil f\u00fchle mich irgendwie \u201eweder noch\u201c. Bajuwarische \u00d6sterreicherin vielleicht ;-).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die am meisten gesandte Antwort war \u201eMir send Walser!\u201c, die bei manchen noch mit dem Zusatz \u201eund dann \u00d6sterreicher\u201c erg\u00e4nzt wurde. Eine sehr interessante und ausf\u00fchrliche Antwort erhielt ich von einem Gesch\u00e4ftsmann, der ebenso angab, dass er bei seinen Vorarlberger Gesch\u00e4ftspartnern antworte: \u201eWir sind Walser! Unser besonderer Stolz ist der Grund, warum wir \u00fcber solche Frotzeleien ohne Probleme hinwegsehen k\u00f6nnen.\u201c Er glaubt, dass es daher kommt, weil die meisten Vorarlberger das Kleinwalsertal nicht gut kennen. \u201eDas Ungewisse hinterm Berg \u2026 ist eben alles deutsch.\u201c Zum anderen war das Kleinwalsertal gerade in der Zeit vom Anfang des Tourismus bis hin zum EU-Anschluss extrem nach Deutschland orientiert.<\/p>\n<p>Aber auch wir Kleinwalsertaler waren und sind dem Rest von Vorarlberg oftmals nicht so zugetan. Denn wenn man etwas mit Vorarlberg zu tun hatte oder hat, dann war oder ist es meistens etwas Unangenehmes: Gericht, Bezirkshauptmannschaft, Finanzamt Milit\u00e4r. Aber auch auf der anderen Seite (Allg\u00e4u) tut man sich nach wie vor schwer mit dem Kleinwalsertal. Wenn die \u201eh\u00fc\u00fcra Walser\u201c drau\u00dfen etwas kaufen ist alles OK, aber ansonsten herrscht Eiszeit. Aber dies beruht auf Gegenseitigkeit. Wir bezeichnen die Allg\u00e4uer immer noch herablassend als \u201eSchwaben\u201c. Im wirtschaftlichen Bereich haben die Kleinwalsertaler den gro\u00dfen Vorteil des florierenden Tourismus. Dies l\u00e4sst sie nat\u00fcrlich gegen\u00fcber den Nachbarn oft sehr stolz wirken, weshalb dann auch Neid eine Rolle spielen kann. So nach dem Motto: Eigentlich brauchen wir keine \u201eGsiberger\u201c und auch keine \u201eAllg\u00e4uschwaben\u201c, denn die wollen uns eh nur an die Geldtasche! Ausnahmen best\u00e4tigen ja zum Gl\u00fcck, dass alles oben Beschriebene kein Thema ist: Nicht umsonst haben sich viele Walser\/innen mit Vorarlbergern\/innen und auch Allg\u00e4uer\/ innen verehelicht und die meisten Kleinwalsertaler\/innen haben heute in irgendeiner Form eine verwandtschaftliche Verbindung mit unseren Nachbarn.<\/p>\n<p>Obwohl sehr enge wirtschaftliche Beziehungen und viele Freundschaften im Besonderen mit dem Allg\u00e4u bestehen, ist in den letzten Jahren eine allgemeine Tendenz zu sp\u00fcren, das \u201e\u00fcbrige Vorarlberg und auch \u00d6sterreich\u201c bewusster wahrzunehmen. Es wird in Vorarlberg Urlaub gemacht und speziell im Hotelbereich auch geworben. Das Tal wurde in die GENUSS REGION \u00d6STERREICH aufgenommen. Im Gegenzug ist auffallend, dass das Interesse der Vorarlberger am Tal gestiegen ist. Interessant ist auch, dass die Kleinwalsertaler das Allg\u00e4u nicht als Deutschland wahrnehmen. W\u00e4hrend die Allg\u00e4uer durchaus das Kleinwalsertal in ihre Region mit einbeziehen, grenzen sich die Kleinwalsertaler lieber ab. \u201eWalser sein\u201c spielt f\u00fcr viele Kleinwalsertaler eine wichtige Rolle und ist ein wichtiges Identit\u00e4tsmerkmal geworden, um sich von seinen Nachbarn abzugrenzen. Nicht verwunderlich, dass das inzwischen in mehreren Walser Gebieten gesehene Logo \u201eWalser \u2013 mee gaid ned!\u201c von Jugendlichen aus dem Kleinwalsertal entworfen wurde.<\/p>\n<h5>Stefan Heim, Riezlern<\/h5>\n<p class=\"cyanbox\">Dieser Artikel ist in Heft 96 der &#8222;Walserheimat&#8220; zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;Auf der Suche nach einer Identit\u00e4t \u201eIhr seid ja lieber Deutsche als \u00d6sterreicher.\u201c \u201eAls es noch den Schilling gab, habt ihr diesen nicht angenommen, ihr wolltet damals nur Mark.\u201c \u201eBei Wahlen w\u00e4hlt ihr in Deutschland, oder?\u201c Immer wieder wird man als Kleinwalsertaler mit diesen und \u00e4hnlichen Fragen und Aussagen konfrontiert. 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