{"id":11784,"date":"2017-05-07T13:53:48","date_gmt":"2017-05-07T11:53:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/?p=11784"},"modified":"2024-01-08T11:14:13","modified_gmt":"2024-01-08T10:14:13","slug":"die-estavelle-ein-verborgenes-naturwunder-im-kleinen-walsertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/die-estavelle-ein-verborgenes-naturwunder-im-kleinen-walsertal\/","title":{"rendered":"Die Estavelle, ein verborgenes Naturwunder im Kleinen Walsertal"},"content":{"rendered":"<p><strong>VON DR. NICO GOLDSCHEIDER<\/strong><\/p>\n<p>Was sind die gr\u00f6\u00dften Naturwunder des Kleinen Walsertales? Viele denken hier wohl zuerst an die Breitachklamm, das H\u00f6lloch oder den Gottesacker. Ein weiteres Naturwunder versteckt sich jedoch in den Schluchten des Schwarzwasserbachs und ist selbst vielen Einheimischen unbekannt, obwohl der Naturlehrpfad in nur etwa 30 m Entfernung daran vorbei f\u00fchrt. Die Rede ist von der Schwarzwasserh\u00f6hle (Lage siehe Abb. 1). Diese befindet sich im schluchtartigen Mittellauf des Schwarzwasserbachs, etwa 750 m talaufw\u00e4rts der Park- und Sportpl\u00e4tze und 250 m talabw\u00e4rts eines markanten, sch\u00f6nen Wasserfalls.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-11782 size-full alignleft\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estakarte.jpg\" alt=\"\" width=\"518\" height=\"389\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estakarte.jpg 518w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estakarte-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estakarte-150x113.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><\/p>\n<p>Nun, H\u00f6hlen gibt es viele im Gebiet Hochifen und Gottesacker: Man denke nur an das H\u00f6lloch im Mahdtal mit mittlerweile 5 km vermessener Gangl\u00e4nge oder an das Schneckenloch bei Sch\u00f6nenbach. All diese H\u00f6hlen sind im Schrattenkalk entwickelt, einem etwa 100 Millionen Jahre alten Kalkstein aus der Kreidezeit, der die gesamte Oberfl\u00e4che des Gottesackers und die Gipfelplatte des Hohen Ifen aufbaut. Auch die Schluchten und Wasserf\u00e4lle im Schwarzwassertal und unsere H\u00f6hle verlaufen im Schrattenkalk.<\/p>\n<p>Was aber ist so besonders an der Schwarzwasserh\u00f6hle? Wer im Sommer oder Herbst nach einigen regenarmen Tagen den Naturlehrpfad talw\u00e4rts wandert, der h\u00f6rt aus den Tiefen der Schlucht das Rauschen des Baches. Doch pl\u00f6tzlich wird es still. Durchs Geb\u00fcsch kann man hier in die Schlucht hinabsteigen, gelangt so zu unserer H\u00f6hle und erkennt den Grund der pl\u00f6tzlichen Stille: Der Schwarzwasserbach flie\u00dft in den H\u00f6hleneingang und verschwindet im Untergrund (siehe Abb. 2). Unterhalb der H\u00f6hle liegt das Bachbett trocken und erst einen Kilometer talabw\u00e4rts f\u00fchrt der Schwarzwasserbach wieder Wasser, welches aus der nahegelegenen Aubachquelle zuflie\u00dft. Im Winter und bei langer Trockenheit f\u00e4llt der Schwarzwasserbach sogar fast vollst\u00e4ndig trocken und auch die Aubachquelle versiegt. Erst in der tiefen Schlucht unterhalb der Vereinigung der trockenen Bachbetten von Schwarzwasserbach und Aubach flie\u00dft dann im Bachbett wieder etwas Wasser, das aus zwei kleinen versteckten Quellen austritt.<\/p>\n<p>Nach starken Regenf\u00e4llen ver\u00e4ndert sich dieses Bild jedoch im Laufe einiger Stunden bis weniger Tage dramatisch: Zun\u00e4chst nimmt der Abfluss im Bach stark zu. Trotzdem kann er noch vollst\u00e4ndig in der H\u00f6hle versinken. Der Wasserspiegel im Untergrund steigt langsam an, bis sich vor dem H\u00f6hleneingang ein Wasserbecken bildet. Irgendwann l\u00e4uft dieses Becken \u00fcber; dann versinkt nur noch ein Teil des Bachwassers in der H\u00f6hle, der andere Teil flie\u00dft oberirdisch ab. Ab einer bestimmten Wassermenge kann die H\u00f6hle kein Wasser mehr schlucken. Sie ist dann vollst\u00e4ndig geflutet, nicht mehr sichtbar und der Bach flie\u00dft einfach \u00fcber sie hinweg. Zuletzt passiert etwas Bemerkenswertes: Aus dem H\u00f6hleneingang quillt Wasser aus dem Untergrund hervor und vermischt sich mit dem Wasser des Schwarzwasserbachs &#8211; die H\u00f6hle ist zur Quelle geworden (siehe Abb. 3). Einige Tage nach dem Abklingen der Regenf\u00e4lle kehren sich die Verh\u00e4ltnisse meist wieder um; w\u00e4hrend der Schneeschmelze kann die H\u00f6hle jedoch viele Wochen lang \u00fcberflutet sein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11781 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaschwinde.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaschwinde.jpg 480w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaschwinde-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaschwinde-150x99.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11783 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaquelle.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"321\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaquelle.jpg 480w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaquelle-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/estaquelle-150x100.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schwarzwasserh\u00f6hle kann also in Abh\u00e4ngigkeit von der Wasserf\u00fchrung entweder als Schwinde oder als Quelle wirken. Eine solche Erscheinung nennt man Estavelle. Estavellen kommen fast nur in Karstlandschaften vor, also in Gebieten, die &#8211; wie Hochifen, Gottesacker und Schwarzwassertal &#8211; aus Kalkstein aufgebaut werden und in denen es H\u00f6hlen gibt. Im Dinarischen Karst in Kroatien gibt es einige Estavellen, auch in der Schw\u00e4bischen und Fr\u00e4nkischen Alb sind einzelne bekannt. In den Alpen besitzen sie jedoch Seltenheitswert. Au\u00dfer einer relativ kleinen und unbedeutenden im Bregenzerwald ist mir keine weitere bekannt. Die Schwarzwasserh\u00f6hle ist also vermutlich die gr\u00f6\u00dfte und sch\u00f6nste Estavelle der Alpen.<\/p>\n<p>Der vollst\u00e4ndige Artikel ist in <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walserheimat-74-juni-2004\/\">Heft 74<\/a> der &#8222;Walserheimat&#8220; zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VON DR. NICO GOLDSCHEIDER Was sind die gr\u00f6\u00dften Naturwunder des Kleinen Walsertales? 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