{"id":10466,"date":"2017-01-12T21:34:13","date_gmt":"2017-01-12T20:34:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/?p=10466"},"modified":"2024-02-25T14:37:39","modified_gmt":"2024-02-25T13:37:39","slug":"tracht-in-silbertal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/tracht-in-silbertal\/","title":{"rendered":"Tracht in Silbertal"},"content":{"rendered":"<h4><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-1093\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/silbertal.gif\" width=\"113\" height=\"150\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-10468\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/silberbraut1-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"217\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/silberbraut1-217x300.jpg 217w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/silberbraut1-108x150.jpg 108w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/silberbraut1.jpg 350w\" sizes=\"auto, (max-width: 217px) 100vw, 217px\" \/>Die Frauentracht<\/h4>\n<p>Das leinene <b>Hemd<\/b> hat einen langen &#8222;Unterstock&#8220;, lange weite \u00c4rmel, an den Handgelenken mit B\u00e4ndlein gebunden. Am Hals ist es reich gef\u00e4ltelt, mit einem schmalen Bund versehen und mit einer Schlinge sowie einem Knopf zu verschlie\u00dfen. Die alte Werktagstracht und die Vesperkleidung an Sommersonntagen kennt auch Hemd\u00e4rmel, die nur bis zu den Ellbogen reichten.<\/p>\n<p> Der <b>Unterrock<\/b> ist vorne tief geschlitzt, verschieden, meist aber rostrot gef\u00e4rbt und reicht bis zu den Waden. Das Unterteil ist an der H\u00fcfte reich gefaltet, sodass dieses nach unten weit wird. Am unteren Saum sind mehrere schwarze Borten als Zierde aufgen\u00e4ht. Das Unterrockmieder bekleidet den Brustteil und wird von unten bis oben mit Hilfe von &#8222;H\u00e4ftli&#8220; geschlossen.<!--more-->\u00a0<br \/>\n Die <b>Juppa<\/b> besteht aus Oberrock und dem \u00e4rmellosen Juppa-Mieder. Der Oberrock ist aus schwarzem Tuch und reicht bis zu den Kn\u00f6cheln. Der Saum der vorne geschlitzten Juppa ziert innen eine breite, rote Blegi (Beleg), au\u00dfen eine blaue bzw. gr\u00fcne Einfassung. Ein Seitenschlitz im Oberrock f\u00fchrt in die Juppa-Tasche. Das Juppa-Mieder war fr\u00fcher aus roter oder gr\u00fcner Seide, heute ist sie aus schwarzem Tuch. Es bekleidet den Oberleib und l\u00e4sst den Brustteil frei. Der Brustsaum wird mit z. T. breiten Taftstreifen abgesteppt und innen mit halb versteckten Hafthaken versehen. Mit Hilfe dieser Hafthaken und einer 1\u00bd m langen d\u00fcnnen Seidenschnur &#8211; den <b><i>&#8222;Brisn\u00f6schtel&#8220;<\/i><\/b> &#8211; wird das Mieder von unten herauf in Zickzack eingeschn\u00fcrt. Das Untermieder und das darauf gelegte Brusttuch werden dabei mit eingeschn\u00fcrt.<\/p>\n<p> Das <b>Untermieder<\/b> ist ein fast quadratischer, auf einer Seite halbrund ausgeschnittener, gef\u00fctterter Fleck aus gr\u00fcner, blauer, violetter etc. &#8211; bei Trauer &#8211; schwarzer Seide. Dieses Kleidungsst\u00fcck verh\u00fcllt die Vorderteile des Unterrockmieders und wird \u00fcber den Schultern am Unterrockmieder befestigt.<\/p>\n<p> Das <b>Brusttuch<\/b> ist ein mit schwarzem Samt \u00fcberzogenes Kartonst\u00fcck in der Form eines auf die Spitze gestellten, lang gezogenen, gleichschenkeligen Dreieckes. Es ist verziert mit Goldborten, Seidenr\u00f6slein bzw. anderen schmucken Stickereien.<\/p>\n<p> Die <b>Scho\u00df<\/b>, eine Sch\u00fcrze urspr\u00fcnglich aus wei\u00dfem Leinen, wurde f\u00fcr den Werktag blau gef\u00e4rbt. Die sch\u00f6ne Scho\u00df aus Seide bedeckt den Oberrock rund herum und reicht von der schmalen Taille bis zum Juppensaum. Sie kann verschiedene Farben haben, zur Festtagstracht und in der Trauer war sie schwarz. Im Silbertal trugen fr\u00fcher die jungen Frauen und die Muttergottes-Tr\u00e4gerinnen wei\u00dfe Sch\u00fcrzen. Die Sch\u00fcrzenb\u00e4nder waren anfangs kurz und bestanden aus schwarz gebl\u00fcmtem Samt. Sp\u00e4ter, mit der Einf\u00fchrung der reich bestickten Brustt\u00fccher, wurden sie bis zum Sch\u00fcrzensaum verl\u00e4ngert sowie passend zum Brusttuch reich ausgestickt und mit Zierart versehen. Die Frauen tragen rote, knielange Wollstr\u00fcmpfe und Halbschuhe mit Messingschnallen.<\/p>\n<p> Der <b><i>&#8222;Gl\u00f6ggli-Tschopa&#8220;<\/i><\/b> gilt als Glanzst\u00fcck der Festtagstracht. Das <b><i>&#8222;Gl\u00f6ggli&#8220;<\/i><\/b> ist eine am R\u00fcckensaum befindliche rot oder gr\u00fcn gef\u00fctterte Faltenkrause. Der eng anliegende, bis zur Taille reichende Spenzer wird vorn und um den Hals herum mit Taffetb\u00e4ndern besetzt und fein abgesteppt, unten herum zierlich abgen\u00e4ht oder mit gr\u00fcner Samtschnur eingefasst. Der Gl\u00f6ggli-Tschopa hat als besonderes Kennzeichen das <b><i>&#8222;Benkli&#8220;<\/i><\/b>, eine von der Brusttuchmitte bis zum R\u00fccken verlaufende Falte, weil der untere Rand etwa 3 cm nach au\u00dfen aufgeschlagen ist. Die \u00c4rmel sind eng und lang, sie tragen Aufschl\u00e4ge aus Seidenatlas. Der Gl\u00f6ggli-Tschopa kann, da er weit geschweift ist, nur am Hals zugeheftet werden.<\/p>\n<p> Das zusammengefaltete, schwarz seidene <b>Halstuch<\/b> wird zweimal herumgeschlungen und vorne gekn\u00fcpft. Als Schmuck diente fr\u00fcher das Halsnoster aus Korallen (Rosenkranz), sp\u00e4ter eine kleine Uhr an einer langen, zierlichen Halskette.<\/p>\n<p> Zu dieser Festtagstracht wird die <b>Pelzkappe<\/b> getragen. Sie besteht aus dicht gef\u00fcttertem Otterfell, die kreisrunde Deckfl\u00e4che ist mit gekreuzten gr\u00fcnen B\u00e4ndern geziert. Das im \u00fcbrigen Montafon gebr\u00e4uchliche M\u00e4\u00dfli, eine zylindrische Hutform aus Wollfilz, wurde im Silbertal nicht getragen.<\/p>\n<p> Zur normalen Sonntagstracht tragen die Frauen die <b><i>&#8222;Schlutta&#8220;<\/i><\/b>, eine einfachere Form des Gl\u00f6ggli-Tschopa. Die etwas festlichere Ausgabe ist auch spenzerartig geschnitten, f\u00fcr die Werktage gab es eine geschlossene Art, die man vorne zukn\u00f6pfen konnte.<\/p>\n<p> Als <b>Kopfbedeckung<\/b> tr\u00e4gt die Frau am Sonntag den <b><i>&#8222;Sanderhut&#8220;<\/i><\/b>. Er ist nach dem ersten Erzeuger, dem Hutmacher Sander von Schruns, benannt. Es handelt sich um einen ovalen Strohhut, mit Spirituslack schwarz gef\u00e4rbt, mit einer etwa 7 cm breiten Krempe und einem 8 cm hohen zylindrischen Kopfteil. Als Zierart dient ein breites, schwarzes Samtband, das mit einer Goldfadenschnur eingefasst ist. Auf der linken Seite sitzt auf der Hutkrempe eine gro\u00dfe schwarze Seidenbandmasche mit vier Schleifen und einer Metallspange als Schmuck. Auf der Unterseite der Krempe ist eine breite Blumenmusterborte aus Goldf\u00e4den aufgen\u00e4ht.<\/p>\n<p> In der k\u00e4lteren Jahreszeit trugen die Frauen an Sonn- und Feiertagen \u00fcber der Tracht einen <b>\u00dcberwurf<\/b> aus feinem, schwarzem Wolltuch (Kaschmirwolle), den <b><i>&#8222;Tibet-Schal&#8220;<\/i><\/b>. Das Tuch hatte eine Gr\u00f6\u00dfe von 280 cm mal 150 cm und war am langen Ende einige Zentimeter ausgefranst. Der \u00dcberwurf wurde viermal gefaltet und unter dem Kinn von einer Schlie\u00dfe zugehalten.<\/p>\n<p> Der besonders reizvolle Kopfschmuck der M\u00e4dchen und jungen Frauen ist der <b><i>&#8222;Sch\u00e4ppel&#8220;<\/i><\/b>. Die 8 bis 10 cm im Durchmesser gro\u00dfe Krone ist aus feinen, silbernen und goldenen, spiralig gedrehten Metallf\u00e4den sowie kleinen, verschiedenfarbenen Metallblumen und Glask\u00fcgelchen fein und kunstvoll zusammengesetzt. Nach oben weitet sich die Krone leicht aus und wird von einem 4 cm breiten gr\u00fcnen, mit Perlen bestickten Seidenband zusammengehalten. Der Sch\u00e4ppel ist an einem etwa 6 cm breiten, roten Halbseidenband befestigt. Dieses Band wird mit dem Hinterkopfhaar (Z\u00f6pfen) verbunden und mit einer Masche, deren Enden etwa 40 cm lang sind, versehen. Dort sind mit d\u00fcnnen Schn\u00fcren die 6 bis 8 cm breiten schwarzsamtenen Sch\u00e4ppelb\u00e4nder festgemacht. Diese R\u00fccken-Sch\u00e4ppelb\u00e4nder, die in ihrer Stickereiart mit den Sch\u00fcrzenb\u00e4ndern, dem Brusttuch und dem Liibli \u00fcbereinstimmen sollen, reichen bis zum Sch\u00fcrzensaum.<\/p>\n<p> Das <b><i>&#8222;Liibli&#8220;<\/i><\/b> ist eine schwarzsamtene Halsumrandung mit dem Ausschnitt der Halsweite. Dieses Kleidungsst\u00fcck ist wieder reich bestickt und am Rande mit einem Seidenband eingefasst. Von vorne nach hinten f\u00fchren 2 cm breite Samtb\u00e4nder unter den Achseln durch. Diese Zierb\u00e4nder sind bestickt und an den Enden mit Maschen versehen.<\/p>\n<h4>Die M\u00e4nnertracht<\/h4>\n<p>Als 1908 eine Abordnung von Montafonerinnen und Montafonern zum Kaiserjubil\u00e4um nach Wien fuhr, wurden f\u00fcr die M\u00e4nner acht Trachten nach alten Mustern bereitgestellt. Aus dieser Adjustierung gingen in den sp\u00e4teren Jahrzehnten die Uniformen der Blasmusikvereine hervor.<\/p>\n<p> Der alte Festtags-Rock aus blauem oder schwarzem Tuch reichte bis zu den Knien, war hinten hochgeschlitzt und hatte einen breiten Umschlagkragen. Dieser Rock wurde sp\u00e4ter abgel\u00f6st von dem nur bis zu den Hosentaschen reichenden <b><i>&#8222;Tschopa&#8220;<\/i><\/b>.<\/p>\n<p> Ein Schmuckst\u00fcck war das breit und tief umgeschlagene hochrote <b>Brusttuch<\/b> (Weste) mit 28 silbernen Kn\u00f6pfen in zwei Reihen. Diese rote Weste wurde abgel\u00f6st von einem meist hochgeschlossen Brusttuch mit vierzehn Messingkn\u00f6pfen. Das Kleidungsst\u00fcck lie\u00df in fr\u00fcheren Jahren dem Tr\u00e4ger eine gewisse Freiheit, da auch Farben wie hell- und dunkelblau, hell- und dunkelgr\u00fcn, dunkelbraun sowie schwarz m\u00f6glich waren.<\/p>\n<p> Das <b>Leinenhemd<\/b> hatte urspr\u00fcnglich einen schmalen Stehkragen. Die langen \u00c4rmel hatten an der Handwurzel einen schmalen Bund als Abschluss. Um den Hals wurde ein schwarzseidenes Halstuch zweimal herumgeschlungen und sch\u00f6n gekn\u00fcpft. An Stelle des Halstuches traten Halsb\u00e4nder.<\/p>\n<p> Die knielange <b>Hose<\/b> aus schwarzem oder dunkelblauem Walktuch hat vorne einen mit zwei Kn\u00f6pfen verschlie\u00dfbaren Latz. Die wei\u00dfen, fr\u00fcher auch blauen <b>Wollstr\u00fcmpfe<\/b> reichen bis zu den Knien und werden dort mit einem Band gebunden. Die F\u00fc\u00dfe stecken in schwarzen <b>Halbschuhen<\/b> mit schmucken Messingschnallen.<\/p>\n<p> Dem <b>Breitrandhut<\/b> aus dem 19. Jh., unter dem man eine schwarz oder blauseidene Zipfelkappe trug, folgte ein <b>Zylinder<\/b> aus Wollfilz mit einer etwa 7 cm breiten leicht aufgebogenen Hutkrempe und einem 3 cm breiten schwarzen Hutband als Zierart.<\/p>\n<p> Die Bubentracht unterscheidet sich nicht von der M\u00e4nnertracht.<\/p>\n<h5>Hans Netzer<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Frauentracht Das leinene Hemd hat einen langen &#8222;Unterstock&#8220;, lange weite \u00c4rmel, an den Handgelenken mit B\u00e4ndlein gebunden. Am Hals ist es reich gef\u00e4ltelt, mit einem schmalen Bund versehen und mit einer Schlinge sowie einem Knopf zu verschlie\u00dfen. 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