{"id":2504,"date":"2016-04-23T21:14:02","date_gmt":"2016-04-23T19:14:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wordpress.vorarlberger-walservereinigung.at\/?page_id=2504"},"modified":"2017-06-07T19:53:12","modified_gmt":"2017-06-07T17:53:12","slug":"wer-sind-die-walser","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/die-walser\/wer-sind-die-walser\/","title":{"rendered":"Wer sind die Walser?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-4960 size-medium\" src=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/img_00061-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/img_00061-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/img_00061-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/img_00061-150x113.jpg 150w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/img_00061-600x450.jpg 600w, https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/img_00061.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Vor&nbsp;etwas mehr als 700 Jahren kam es aus bis heute weitgehend unbekannten Gr\u00fcnden zu einer verst\u00e4rkten Auswanderung von alemannisch sprechenden Siedlern aus dem Goms, d.h. dem oberen Rhonetal im heutigen Schweizer Kanton Wallis, in zun\u00e4chst angrenzende und sp\u00e4ter auch weiter entfernte Gebirgst\u00e4ler. \u00dcberbev\u00f6lkerung und Versorgungsprobleme d\u00fcrften Ursachen gewesen sein, vielleicht auch kriegerische Auseinandersetzungen.<\/p>\n<p>Eine wichtige Rolle spielte aber der gute Ruf der Auswanderer als Spezialisten f\u00fcr die Besiedlung von Hocht\u00e4lern, die bei der einheimischen Bev\u00f6lkerung als zu unwirtlich galten. Das machte sie bei den jeweiligen Landesherren zu begehrten Kolonisten, die mit Steuerfreiheit und Sonderrechten gelockt wurden, um ungenutzte Landstriche urbar zu machen und damit vor allem die Handelswege \u00fcber die Alpen zu sichern, die damals weithin von R\u00e4ubern und Wegelagerern heimgesucht wurden.<\/p>\n<p>Im Laufe von etwa 100 Jahren zogen die Auswanderer aus dem Wallis in alle Richtungen und lie\u00dfen sich in manchmal ausgesprochen abgelegenen T\u00e4lern nieder. Das damals w\u00e4rmere Klima d\u00fcrfte diese Wanderungen beg\u00fcnstigt haben, auch weil viele hochgelegene Alpenp\u00e4sse im Sommer schneefrei und leicht begehbar waren.&nbsp;Von den teilweise romanisch sprechenden Einheimischen wurden die Neuank\u00f6mmlinge &#8222;Walser&#8220; genannt und waren oft alles andere als willkommen.<\/p>\n<p>Im Zuge ihrer Wanderungen kamen die Walser in die an das Wallis angrenzenden Regionen, im Osten&nbsp;nach <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walser-links\/andere-gemeinden\/walser-gemeinden-in-graubuenden\/\">Graub\u00fcnden <\/a>und sp\u00e4ter nach <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walsergemeinden-in-vorarlberg-tirol-und-liechtenstein\/\">Vorarlberg<\/a>, im S\u00fcden in die Region um den <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walser-links\/andere-gemeinden\/walser-gemeinden-in-italien\/\">Monte Rosa und das Aostatal<\/a>, im Norden ins <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walser-links\/andere-gemeinden\/walser-gemeinden-in-anderen-schweizer-kantonen\/\">Berner Oberland <\/a>und im Westen bis nach <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/walser-links\/andere-gemeinden\/walser-gemeinden-in-frankreich\/\">Savoyen<\/a>. Wohin sie kamen, errichteten sie D\u00f6rfer und Siedlungen in einer Bauweise, die auch heute noch als typisch walserisch erkennbar ist.<\/p>\n<p>Wegen der vielfach sehr abgeschiedenen Lage ihrer Siedlungen, die bis in die j\u00fcngere Zeit manchmal nur \u00fcber Saumpfade erreichbar und im Winter oft monatelang von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten waren, konnten die Walser ihre Sprache und viele ihrer Gebr\u00e4uche bis in die Gegenwart bewahren. Auch wenn die in den Walserd\u00f6rfern gesprochene Mundart durchaus nicht einheitlich ist, unterscheidet sie sich meist deutlich von der in den nicht-walserischen Nachbarorten. Vielfach, besonders in Graub\u00fcnden und in Italien, bilden die Walsersiedlungen auch heute noch Sprachinseln im romanischen oder italienischen Sprachgebiet.<\/p>\n<p>In der Moderne begannen Sprache, \u00dcberlieferungen und Gebr\u00e4uche der Walser vielerorts zu verschwinden. Unter dem Einfluss der Industrialisierung und des Tourismus, h\u00f6herer Schulbildung und der Medien gerieten die alten Sitten und die Mundart unter erheblichen Druck. In der Mitte des vergangenen Jahrhunderts begann jedoch bei den Walsern ein Bewusstsein f\u00fcr diese Zusammenh\u00e4nge zu erwachen. Unter anderem f\u00fchrte das zur Gr\u00fcndung von Walservereinigungen, die sich mit <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/events\/event\/19-internationales-walsertreffen\/\">Walsertreffen<\/a>, kulturellen Veranstaltungen und mit Hilfe des <a href=\"http:\/\/www.walser-alps.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Internets<\/a> dieser Tendenz mittlerweile <a href=\"https:\/\/www.vorarlberger-walservereinigung.at\/vwvwp\/zukunftskonferenz-gressoney\/\">erfolgreich entgegenstellen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor&nbsp;etwas mehr als 700 Jahren kam es aus bis heute weitgehend unbekannten Gr\u00fcnden zu einer verst\u00e4rkten Auswanderung von alemannisch sprechenden Siedlern aus dem Goms, d.h. dem oberen Rhonetal im heutigen Schweizer Kanton Wallis, in zun\u00e4chst angrenzende und sp\u00e4ter auch weiter entfernte Gebirgst\u00e4ler. \u00dcberbev\u00f6lkerung und Versorgungsprobleme d\u00fcrften Ursachen gewesen sein, vielleicht auch kriegerische Auseinandersetzungen. 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