Vorarlberger Walservereinigung

Vorarlberger Walservereinigung

in Vorarlberg, Tirol und Liechtenstein

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Triesenberg

Kategorien: Trachten
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Ein junger Verein

Die Trachtengruppe Triesenberg ist ein junger Verein, der erst 1967 gegründet wurde und sich somit nicht wie Trachtenvereine in verschiedenen anderen Walsergemeinden auf eine lange Tradition berufen kann. Die Trachtenbewegung in Triesenberg hatte aber schon vor 1967 begonnen. Äusserer Anlass dazu waren die Festlichkeiten anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Souveränität Fürstentum Liechtenstein“ im Jahre 1956. Der damalige Ortspfarrer Engelbert Bucher (1913-2005) gab den Anstoss, im Vorfeld des Festanlasses für „Trachtenmädchen“ zu werben. Die ersten vier jungen Frauen, die eine Tracht erworben hatten, sind in seiner Dokumentation „Trachten“ festgehalten.
 Im selben Jahr kamen dann noch weitere zwölf Frauen dazu, die eine Tracht anschafften. Der Auftritt der ersten Trachtenträgerinnen war also von Erfolg gekrönt. Zur Vereinsgründung kam es aber erst im März 1967. In der Folge hat sich in der nunmehr bald vierzigjährigen Geschichte der Trachtengruppe ein äusserst aktives Vereinsleben entwickelt.

Die Frauentracht

Die erste Frauentracht setzte sich aus Elementen der Landestracht zusammen, allerdings noch ohne Trachtenhaube. Schon früh setzte die Diskussion ein, sich von der Landestracht mit einer Walsertracht abzuheben und eine eigene Tracht zu kreieren. Die Einführung der „Chappa“, wie sie sich dann später durchsetzte, wurde jedoch bei einer Abstimmung im Februar 1986 noch abgelehnt.

Im Oktober 1991 schließlich wurde die erneuerte Triesenberger Frauentracht vorgestellt. Dabei spielten der unermüdliche Förderer der liechtensteinischen Trachten, Adulf Peter Goop, und Univ. Prof. Dr. Karl Ilg, der Schöpfer der neuen Tracht, eine maßgebliche Rolle. Für diese erneuerte Tracht hatte man sich das Grosse Walsertal zum Vorbild genommen. Auch die Chappa (ausgestellt im Walsermuseum in Triesenberg) mit schmuckem Aufputz und Band – wie sie heute noch im Wallis gang und gäbe ist – hatte indessen bei den Frauen Gefallen gefunden.

Echtes, altes Triesenberger Brauchtum waren die so genannten Chappa, Frauenhüte, die mit dem Geschehen rund um die Hochzeit im Zusammenhang standen.

An diesem Ehrensonntag trug die Braut ein schlichtes braunes Kleid, viele trugen auch ein dunkelblaues, eine weisse Schürze, as Zierschöössli und hohe Schuhe. Auf ihrem Kopf prangte ihr besonderer Stolz, die Hochzeitshaube, ihre Chappa.

Die ganze Gemeinde durfte nach dem Gottesdienst die strahlende Schpuusa bewundern. Dann nahm der Schpuuslig seine Zukünftige zu sich nach Hause. Am Hochzeitstag wurde die Chappa nicht getragen. Man trug ein schwarzes Kleid und ein Kränzchen in den Haaren. Hingegen war die Kopfbedeckung fürderhin die geliebte Kopfbedeckung das ganze Leben hindurch beim Kirchgang an hohen Festen und bei Prozessionen.

Der Miederlatz ist liebevoll bunt und golden gestickt und trägt „zur Krönung“ massives Gold, wie es sich für das Fürstentum Liechtenstein gehört. Er ist mit verschiedenen Stickgarnen als ein harmonisches Blumenmotiv gestaltet und soll Freude vermitteln, ähnlich wie das Blumendasein die Freude ist, die noch Schöneres erwecken kann. Sehr wichtig erscheint mir heutzutage nur eines, weg von der lauten Sensation, zurück zur stillen Freude, zum Gemüt, zur Natur und nicht zuletzt zur Wahrheit und damit zur Trachtenpflege.

Die Männertracht

Schon anlässlich der Hochzeit des Erbprinzenpaares trugen die Männer eine Einheitskleidung bestehend aus schwarzer Hose, weissen Strümpfen, weissem Hemd mit roter Masche sowie einem grünen Hut, den Trachtenförderer Adulf Goop als „Jägerhut“ bezeichnet hat.

Die bis heute verwendete Tracht bekamen die Männer erst im Juli 1968. Sie wurde von Schneidermeister Engelbert Ott (Modewerkstätte Engelbert und Maria Ott, Schlins) gefertigt und ist bestückt mit schwarzer Kniehose, weissen Kniestrümpfen, weissem Hemd, ockerfarbigem Brusttuch, roter oder wahlweise blauer Krawattenmasche, dunkelgrünem Janker und schwarzem Filzhut. Damals wurden elf Männertrachten und drei Bubentrachten angeschafft.

Die Tracht der Harmoniemusik Triesenberg

Die Harmoniemusik Triesenberg hat bereits 1964 ihre erste Tracht bekommen. In Jahre 1979 konnte sie zum 75-Jahr-Jubiläum ihre neue und heute noch bestehende Tracht einweihen. Wie die Trachtengruppe ist auch die Harmoniemusik Mitglied der Liechtensteinischen Trachtenvereinigung, der Dachorganisation des Trachtenwesens im Fürstentum Liechtenstein.

Heute kann die Trachtengruppe Triesenberg auf ein aktives Vereinsleben zurückblicken, ein Vereinsleben, das weiterhin gepflegt wird. Der Rückblick auf die Geschehnisse in den vielen Jahren füllt dicke Protokollbücher. Derzeitige Präsidentin ist Frau Angelika Kessel-Stingl.

Josef Eberle
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