Vorarlberger Walservereinigung

Vorarlberger Walservereinigung

in Vorarlberg, Tirol und Liechtenstein

50. Vollversammlung der Internationalen Walservereinigung in Saas Fee VS


Termindetails


Viele Gruppen nahmen in ihren schmucken Trachten am Festumzug bei strahlendem Wetter teil. Hier die Triesenberger Trachtengruppe, die sich vor der Kulisse von Saas-Fee dem Fotografen stellte. Foto: Josef Eberle

Viele Gruppen nahmen in ihren schmucken Trachten am Festumzug bei strahlendem Wetter teil. Hier die Triesenberger Trachtengruppe, die sich vor der Kulisse von Saas-Fee dem Fotografen stellte.
Foto: Josef Eberle

saas-fee1Vor 50 Jahren wurde in Saas-Fee die „Internationale Vereinigung für Walsertum“ (IVfW) ins Leben gerufen. Vom 24. bis 29. August 2012 fand in Erinnerung an die erste von Tita von Oetinger organisierte und wegweisende Zusammenkunft am selben Ort die Jubiläumsfeier mit einem interessanten Rahmenprogramm statt. Die feierliche Veranstaltung war verbunden mit dem kantonalen Trachtenfest Wallis 2012. Die Vorarlberger Walservereinigung (VWV) nahm regen Anteil an dem festlichen Anlass und so reiste eine grosse Gruppe mit der Obfrau Barbara Fritz, die in der IVfW als Vizepräsidentin und Vertreterin Vorarlbergs amtet, nach Saas-Fee. Auch Triesenberg war zahlreich vertreten.

Mit der im Jahre 1962 eingeleiteten Walserbewegung und der daraus hervorgegangenen Vereinigung hat das Walsertum einen ungeahnten Auftrieb erfahren. Intensive Forschung und die Bemühungen um Volkstum und Sprache haben allen Walser Regionen bedeutende Impulse vermittelt. Wer heute Rückschau auf die Tätigkeiten der IVfW hält, ist tief beeindruckt von der Vielfalt der Kulturarbeit, welche die Vereinigung in fünf Jahrzehnten geleistet hat.

Würdige Jubiläumsfeierlichkeiten

Am Freitagabend fand im Hotel Ferien Art Saas-Fee die offizielle Feier mit reichhaltigem Programm und einem Bankett statt. Präsident Richard Lehner begrüsste die geladenen Gäste. Alt-Präsident Peter Arnold hielt die Festansprache und streifte darin die wechselvolle Geschichte der Vereinigung. Ein zentraler Höhepunkt des Abends war die Vorstellung des zum Jubiläum herausgegebenen Buches der IVfW „Anthologie – Gedichte, Geschichten und Bilder“ durch den Redaktor Volmar Schmid. Einzelne Autorinnen und Autoren gaben Kostproben ihres vielfältigen Textschaffens.

Mit Spannung wurde am Samstagvormittag die Podiumsdiskussion mit bekannten Persönlichkeiten aus dem Wallis und aus den Walsergebieten erwartet. Volmar Schmid durfte in der 50 Jahre Internationale Vereinigung für Walsertum Diskussionsrunde den Walliser Staatsrat Jean-Michel Cina, Josef Türtscher, Landtagsabgeordneter aus dem Grossen Walsertal, Anton Mattle, Bürgermeister von Galtür und Tiroler Landrat, Elisabeth Mani-Heldstab, Präsidentin der Bündner Walservereinigung und Grossrätin des Kantons Graubünden, den Pomatter Sindaco Luigi Antonietti und den Gemeindepräsidenten von Saas-Fee, Felix Zurbriggen, begrüssen. Die Diskussion wurde von Thomas Egger, Direktor der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Berggebiete, geleitet. Das Thema war umfassend: „Die Walser: Ein Netzwerk für Geschichte und Kultur im Alpenraum; ein Netzwerk auch für internationale Politik und Zusammenarbeit?“ Die Diskussion verlief angeregt und teilweise auch recht kontrovers. Während Gemeindepräsident Zurbriggen nebst der gemeinsamen Geschichte und Sprache auch die aktuellen Schwierigkeiten der Bergdörfer als verbindendes Element der Walser sah und als starke gemeinsame Kraft auch politischen Einsatz für die Randregionen forderte, empfahl Staatsrat Cina der Vereinigung „Schuster bleib bei deinen Leisten …“ und sah keine Notwendigkeit für einen politischen Einsatz. Einig war man sich darin, dass keine neuen Strukturen notwendig sind, um als Walservereinigung Einfluss nehmen zu können. Breite Zustimmung fand die Meinung, dass der Erfahrungsaustausch zwischen den Walsergemeinden verbessert werden sollte.

Jahresversammlung und Vorträge

Am Nachmittag fand die Jahresversammlung der IVfW statt, die wegen des gedrängten Programms auf die sonst ausgedehnten Diskussionen verzichten musste und sich auf das Notwendigste beschränkte. Die Berichte der Vorstandsmitglieder und der Jahresbericht des Präsidenten zeigten auf, welche Tätigkeitsfülle der einzelnen Walsergebiete das Berichtsjahr umfasste. Dr. Max Waibel regte anschliessend in seinem fundierten Vortrag „Auf den Walserspuren von Mattmark nach Zermatt“ zu einer interessanten Wanderung an und vermittelte mit seinen Ausführungen kostbares Hintergrundwissen. Bernhard Andenmatten rückte den spirituellen Weg von Domodossola über den Antronapass ins Aastal in den Mittelpunkt seines Vortrags und untermalte seine Ausführungen wie sein Vorredner mit treffenden Bildern. Am Abend ging im Festzelt der Saaser Unterhaltungsabend mit Nachtessen und zahlreichen Auftritten verschiedener Musik- und Tanzgruppen im grossen Festzelt über die Bühne.

Ein Fest für Auge und Ohr

Der Sonntag begann mit dem Festgottesdienst im Festzelt. Nach dem Mittagessen stellten sich die zahlreichen Vereine des kantonalen Trachtenfestes zum Umzug auf. Auch verschiedene Walser Gruppen, darunter die VWV und die Triesenberger Trachtengruppe, wirkten mit. Bei strahlendem Wetter wurde der Umzug zu einem farbenprächtigen Erlebnis für Auge und Ohr. Es wurde auch ausgiebig musiziert und getanzt. Die teilnehmenden Walserinnen und Walser äusserten sich zufrieden und begeistert von der Jubiläumsfeier, die in Kombination mit dem Walliser Trachtenfest eine gelungene Bereicherung fand.

Der IVfW gehören heute zirka 1.500 Mitglieder an. Die Zeitschrift „WIR WALSER“, die wertvolle Beiträge zur Kultur aus allen Walsergebieten enthält, erscheint halbjährlich. Der Mitgliederbeitrag beträgt 30.- CHF. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.wir-walser.ch.

Josef Eberle, Triesenberg